19. Juli 2018 – Erinnerung an Rosa Opitz

15. Juni 2018

_Rosa Opitz Veranstaltung 19. Juli 2018 Endfassung2

Ernst Grube in Wunsiedel

22. Mai 2018

Wunsiedel – Er hat sein Leben lang gekämpft: Erst ums blanke Überleben als jüdisches Kind in der Nazi-Zeit, dann um seine kommunistischen Ideale im konservativen Nachkriegs-Bayern, immer gegen Rassismus und Krieg, gegen Intoleranz und Militarismus. Ernst Grube hat Rückschläge erlitten, aufgegeben hat er nie. Im Wunsiedler Mehrgenerationenhaus berichtete der 85-Jährige am Donnerstagabend aus seinem Leben….

Diesen Bericht von Rainer Maier kann man online in    www.Frankenpost.de     nachlesen:

https://www.frankenpost.de/region/fichtelgebirge/fichtelgebirge/art654373,6136233

Ernst Grube kommt am Donnerstag, 17. Mai 2018 nach Wunsiedel

7. Mai 2018

„Ernst Grube – Zeitzeuge – Von einem, der nie aufgibt“

Ernst Grube, Überlebender des Holocaust, ist einer der bekanntesten bayerischen Zeitzeugen. Als Kind jüdischer Eltern erlebte er Diskriminierung, Entrechtung, Deportation und Internierung im Konzentrationslager. Als Zwölfjähriger wurde er 1945 zusammen mit seiner Mutter und seinen zwei Geschwistern nach Theresienstadt deportiert.

Bis heute ist der 85jährige Ernst Grube Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau. Regelmäßig ist er unterwegs als Zeitzeuge an Gedenkstätten, in Schulen, bei Vereinen und in Bildungseinrichtungen. Er nimmt das Vermächtnis der NS-Opfer ernst:

„Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“          lautet seine Botschaft.

Anfang der 1960er Jahre gehörte er zu den Mitbegründern der Ostermärsche in München, die sich heute noch gegen atomare Aufrüstung und weltweite Kriege wenden. Für sein konsequentes gesellschaftliches Engagement wurde Ernst Grube 2017 mit dem Georg-Elser-Preis der Stadt München ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es unter anderem:

„Ernst Grube hat sich immer in politische Auseinandersetzungen seiner Zeit eingemischt. Er engagierte sich in der FDJ, der Gewerkschaft und der KPD.

Er protestierte gegen die Wiederbewaffnung wie auch gegen die Ladenschlussgesetze. Wegen Unterstützung der verbotenen KPD erhielt er eine einjährige Gefängnisstrafe. Er engagierte sich gegen Berufsverbote, von denen er als Berufsschullehrer selbst betroffen war.

Ernst Grube hat über Jahrzehnte hinweg jungen Menschen über die Schrecken des Nationalsozialismus aus eigener Anschauung berichtet – und aber auch immer wieder darauf hingewiesen, wenn heute Menschen unter Ausgrenzung und Ausbeutung leiden. Immer wieder hat er auf das Schicksal von Flüchtlingen hingewiesen –zuletzt hat er eindringlich einen Abschiebestopp für Afghanistan gefordert. Ernst Grube war und ist immer auch unbequem.

Aber es sind nicht die Bequemen, die die Demokratie verteidigen.“

Ernst Grube macht Mut zum Widerstand. Er ist ein Beispiel für den notwendigen langen Atem und für gelebten Antifaschismus.
Am Donnerstag, den 17. Mai 2018, 17 Uhr, spricht Ernst Grube im Mehrgenerationenhaus in Wunsiedel, Breite Straße 4 – 6. Gezeigt wird der Dokumentarfilm von Christel Priemer und Ingeborg Weber „Ernst Grube – Zeitzeuge – Von einem, der nie aufgibt“. Entstanden ist ein berührendes Porträt des mittlerweile in Regensburg lebenden Münchner Juden und Kommunisten. Im Anschluss an die Vorführung des 2017 fertiggestellten Films (Dauer: 60 Minuten) steht Ernst Grube im Gespräch zur Verfügung.

Veranstalter ist die VVN-BdA Hof-Wunsiedel, der DGB Kreis Wunsiedel und die GEW Kreis Hof-Wunsiedel.
Die Moderation übernimmt Nanne Wienands. Der Eintritt ist frei.

Es gilt der Einlassvorbehalt: Die Veranstalter behalten sich vor, Personen, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, den Zutritt zu verwehren.

Umgang mit Geschichte – 20. April 2018

15. Februar 2018

_Umgang mit Geschichte Flugblatt Hof 20.4.2017

Wir möchten einen Rosa-Opitz-Platz!

15. Februar 2018

_Rosa- Opitz-Platz Unterschriftenliste NEU nach 8.3.

 

Im Namen des VVN-BdA Hof/Wunsiedel hat Eva Petermann in Hof die ersten Unterschriften gesammelt, mit denen die Initiative zur Schaffung eines Rosa-Opitz-Platzes in Hof unterstützt werden soll. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten wollen damit Rosa Klara Opitz, die engagierte Sozialdemokratin und mutige Widerstandskämpferin gegen das Nazi-Regime öffentlich ehren.
Die Initiative schlägt dafür den kleinen, bislang namenlosen Park in der Fabrikvorstadt gegenüber der Christian-Wolfrum-Schule vor. Diese grüne Oase im „Vertl“ an der Ecke Pinzigweg und Leimitzer Straße geht zurück auf eine Initiative von Rosa Opitz, die heuer vor 110 Jahren geboren wurde.
„Keine Gedenktafel, keine Ehrenbürgerschaft, kein Straßenname in Hof erinnert an diese außergewöhnliche Frau“, sagte Eva Petermann. „Es wird höchste Zeit, ihr mutiges und beharrliches Engagement zu würdigen.“ Schließlich müsse gerade auch dem Widerstand von Frauen gegen das unmenschliche Regime der Nationalsozialisten Wertschätzung entgegengebracht werden.
Rosa Klara Opitz war bereits als Zwölfjährige aktiv in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ). In den 1930er-Jahren schmuggelte sie die damals illegale SPD-Zeitung „Vorwärts“ in die Stadt und arbeitete als Sekretärin des nach 1933 als Nazi-Gegner verfolgten SPD-Reichstagsabgeordneten Hans Seidel. Sie erlebte den Terror gegen Hofer Arbeiterfunktionäre der SPD und KPD hautnah mit, entkam selbst mehrmals nur knapp der Verhaftung.
Nach 1945 engagierte sich Rosa Opitz wieder in der SPD, baute die Arbeiterwohlfahrt wieder mit auf und zog in den Stadtrat ein. Die beliebte Sozialdemokratin erzielte vor allem in den Bezirken mit hohem Arbeiter-Anteil gute Wahlergebnisse. Von 1952 bis 1966 saß Opitz im Stadtrat. 2001 starb sie im Alter von 93 Jahren.
Die Initiatoren hoffen, dass es gelingt, den kleinen Park nach Rosa Opitz zu benennen.
(Quelle: Frankenpost vom 14.2.2018, von Rainer Maier)

Gedenken an Hans Merker

27. Dezember 2017

Am 5. Januar 2018 denken wir an den Todestag von Hans Merker. Um 16 Uhr treffen wir uns mit allen Interessierten an seiner Grabstelle auf dem Hofer Friedhof.

Hans Merker (* 24. Oktober 1904 in Hof; † 5. Januar 1945 in Roßla) war zunächst SPD- und später KPD-Mitglied. Er war Widerstandskämpfer gegen die NS-Diktatur.
Hans Merker war der Sohn des Hofer Sozialdemokraten Paul Merker. Nach Besuch der Volksschule lernte er den Beruf eines Musterzeichners und arbeitete später als Isolierer. Mit 18 Jahren schloss er sich dem Metallarbeiter-Verband an und wurde 1924 Mitglied der SPD, wo auch sein Vater Mitglied war. 1929 trat er aus der Partei aus und wurde mit der Aufnahme in die KPD Organisationsleiter, d.h. 2. Vorsitzender der Hofer Ortsgruppe. Am 14. November 1931 heiratete er seine Frau Anna.
Nach dem 10. März 1933 begannen in der Stadt Hof die Verhaftungen – zur sogenannten „Schutzhaft“ – von SPD- und KPD-Mitgliedern. Da Merker bereits wegen unerlaubter Sammlung im März zu fünf Tagen im Landgerichtsgefängnis inhaftiert wurde, entging er dieser Verhaftungswelle, er wurde zudem irrtümlich entlassen und tauchte unter. Mit Fritz Schröder organisierte er in Hof die Mitgliederversammlung der inzwischen verbotenen KPD in der Gaststätte „Krebsbachgrund“, wo er als Redner auftrat. Sieben Personen wurden dabei festgenommen, Merker gelang die Flucht. Weitere Ermittlungen führten schließlich auch zur Festnahme von Merker, der sich in der Staudenmühle bei der Familie von Christian Sandner versteckt gehalten hatte. Über das Landgerichtsgefängnis wurde er in das Gefängnis München-Stadelheim verlegt. Im August 1933 wurde ihm vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht wegen Vorbereitung des Hochverrats der Prozess gemacht, er war zusammen mit Fritz Schröder beschuldigt, die Diktatur des Proletariats und die Errichtung einer Räterepublik vorzubereiten. Beide landeten im KZ Dachau als „Berufsverbrecher“ – unterbrochen von einem kurzen Aufenthalt im Gefängnis St. Georgen-Bayreuth.

Gedenktafel für Ewald Klein an seinem Wohnhaus in Hof
Nach seiner Entlassung 1935 wurde er bei der Firma Reinhold & Mahla wiedereingestellt. Seiner Frau hatte man Scheidungsunterlagen angeboten, sie hatte jedoch abgelehnt. Merker nahm auch sofort wieder Kontakt zu seinen Gesinnungsgenossen, darunter Paul Seidel aus Schwarzenbach, auf. Merker sorgte für die Verbreitung von Schriften, die er aus Asch und Bautzen bezog. Die Gruppe Merker arbeitete bis 1938. Beim Kriegsausbruch 1939 erfolgte erneut eine Verhaftungswelle, bei der in Hof namhafte Oppositionelle, darunter Merker oder auch Ewald Klein verhaftet wurden. Merker wurde als politischer Häftling im KZ Buchenwald im „Kleinen Lager“ inhaftiert.
Am 5. Januar 1945 wurde Merker von der SS getötet, nach offizieller Verlautbarung wurde er während eines Transports am Bahnhof Roßla „auf der Flucht“ erschossen (siehe auch Postenpflicht). Die sterblichen Überreste Merkners wurden auf dem Friedhof von Hof bestattet. Ein gemeinsamer Grabstein erinnert an die drei Hofer Widerstandskämpfer Hans Merker, Ewald Klein und Philipp Heller. 1946 wurde nach Hans Merker eine Straße in Hof benannt, sie ist heute Teil der Ernst-Reuter-Straße. In der Zeit des Kalten Krieges wurde sie im Zuge des KPD-Verbotes 1957 umbenannt. Damit verschwand auch einer der wenigen Hinweise auf den Widerstand, der in der Zeit der NS-Diktatur in Hof geleistet wurde. Am 30. Juli 2015 verlegte der Künstler Gunter Demnig erstmals in der Stadt Hof einen Stolperstein zur Erinnerung an Hans Merker.[1] Der Stolperstein befindet sich in einem Arbeiterviertel vor dem Wohnhaus Döbereinerstraße 12, Merkers letztem Wohnsitz.

Einladung zur Mitgliederversammlung

27. Dezember 2017

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung lädt die Vorstandschaft der VVN-BdA Hof / Wunsiedel ein. Am Dienstag, 30. Januar 2018 um 17 Uhr treffen sich die Mitglieder und Freunde der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes im Galeriehaus in Hof, Am Sophienberg 28. Auf der Tagesordnung steht im Wesentlichen der Rechenschaftsbericht der Vorstandschaft; die Planungen für das laufende Jahr 2018, sowie Wünsche und Vorstellungen der Mitglieder. Vorstandsneuwahlen sind erst im kommenden Jahr vorgesehen.
Herzlich eingeladen sind alle Interessierten auch zu einem Film, der im Anschluss an die Versammlung um 19 Uhr im ScalaKino, Wörthstr. 4 – 6 in Hof gezeigt wird. Der Film thematisiert das Phänomen, dass es Filme gibt, deren öffentliche Vorführung nicht mehr vorgesehen ist. Der Eintritt ist frei. Es gilt der Einlassvorbehalt gegenüber Besuchern, die eine rechtsextreme Haltung vertreten.

Die Grenzgänger II

24. September 2017

grenzgaenger_flyer_13_14.pdf

Eintrittskarten gibt es ab Donnerstag, 28. September 2017 in der EIBA,
Landwehrstr. 38, 95028 Hof, Tel. 09281 86855

grenzgaenger_flyer_13_14.pdf

„Die Grenzgänger“

12. Juni 2017

Inzwischen sind die Konzerte, die die VVN-BdA Hof / Wunsiedel gemeinsam mit dem Hofer Bündnis organisiert, für ihre gute Qualität bekannt. Am Donnerstag, 9. November 2017, kommen „Die Grenzgänger“ aus Bremen nach Hof ins Haus der Jugend. save the date!

http://folksong.de/

70 Jahre VVN in Hof / Wunsiedel

31. Mai 2017

Die älteste Teilnehmerin war 92 Jahre alt, der jüngste Besucher zwei Monate: So breit war nicht nur das altersmäßige Spektrum auf der Feier für „Siebzig Jahre Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ in Hof / Wunsiedel. 19. April 1947. Knapp zwei Jahre erst waren seit der Befreiung Deutschlands vom Faschismus vergangen. Immer noch prägten Hunger, Chaos, Wohnungsnot, Einquartierungen, wenige Verdienstmöglichkeiten und die Folgen einer zerstörten Infrastruktur das Land. In diese schwere Zeit fällt die Gründung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in Hof. Zur Feier dieser siebzig Jahre begrüßte Nanne Wienands,  Vorsitzende der VVN-BdA Hof / Wunsiedel, neben einer Vertretung der VVN-BdA aus dem Vogtland und den Chemnitzer Musikern Sabine Kühnrich und Ludwig Streng von „Quijote“, zahlreiche weitere Gäste. Ins Foyer des Museums Bayerisches Vogtland saßen Gewerkschaftsvertreter einträchtig neben zwei Nonnen, ortsbekannte Historiker neben jungen Antifaschisten und Antifaschistinnen, dazwischen Sozialdemokraten, Grüne und DKP-Mitglieder, Stadträte, Landtagsabgeordnete und ein Dekan – eine bunt gemischte Gesellschaft zeigte großes Interesse an diesem außergewöhnlichen Abend. Sie alle hieß Museumsleiterin Sandra Kastner im Namen der Stadt Hof willkommen. Nanne Wienands erinnerte in ihrer Ansprache an beeindruckende Veranstaltungen, die die VVN-BdA u.a. zusammen mit „Hof ist bunt, nicht braun“ organisierte: Das Konzert mit der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejerano mit der „Microphone Mafia“ im Haus der Jugend 2016 oder das Gedenkkonzert in der Hospitalkirche mit Irith Gabriely im vergangenen November. Überdies gab es Filmveranstaltungen und Vorträge, nicht zuletzt im Rahmen der Hofer Frauentage. Mit ihren Forderungskatalogen, den sogenannten „blauen Flyern“, von 2013 bzw. 2016, habe die VVN-BdA in die Diskussion eingegriffen, “ wie wir uns die Stadt Hof vorstellen, wenn sie ganz offensiv mit ihrer Vergangenheit umgehen würde. Wenn sie Menschen ehren würde, die während des Naziregimes Widerstand geleistet haben – oft bis zu ihrem gewaltsamen Tod.“ Wienands erinnerte auch an ihren Vorgänger, Klaus-Bruno Engelhardt, und an seine Eltern Alfred und Emma aus Schwarzenbach/Saale. Sie seien für die und viele andere Mitstreiter Vorbild gewesen. Außerdem bedankte sie sich ausführlich bei ihrem Vorstandsteam: Bei Stellvertreter Thomas Etzel, Stadtrat in Hof, und Eva Petermann, ebenfalls aus Hof, sowie der Kassiererin Regina Scholz aus Oberkotzau. Intensiv erforscht hat das für die Hofer Stadtgeschichte wichtige Ereignis der VVN-Gründung Randolph Oechslein von der DKP Hof. „Im August 1945 schlossen sich Überlebende des Naziterrors in Hof im „Antifaschistischen Kampfbund“ zusammen. Am 19. April 1947 wurde in der Hofer Gaststätte „Löwenbrau“ beschlossen, die Gruppe in eine Ortsgruppe der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ umzuwandeln – übrigens gab es damals bereits wieder frech auftretende Nazis, gegen die man demonstrierte.“ Einzige Frau im Vorstand war Rosa Degenkolb, die Witwe von Philipp Heller. Er war ermordet worden wie auch die KPD-Mitglieder Hans Merker und Ewald Klein. Weitere wichtige Persönlichkeiten jener Zeit im Umfeld der VVN waren z.B. Christoph Fraas von der SPD, Hans Schiller von der KPD und Christoph Knöchel. „Sie alle wollten die demokratischen Kräfte in Hof stärken“, so Randolph Oechslein. Als Festredner war Florian Ritter, SPD-Landtagsabgeordneter, von München nach Hof gekommen. Der legendäre „Schwur von Buchenwald“, entstanden nach der Befreiung des dortigen Konzentrationslagers, war Dreh- und Angelpunkt seiner Rede. Das langjährige VVN-Mitglied Florian Ritter betonte eingangs, wie das Anliegen der VVN ihn von Kindheit an tief berührt habe: geboren an einem 8. Mai, aufgewachsen in der Nähe von Dachau. Zwar sei die Geschichte der VVN „nicht einfach“ gewesen. Doch sei das oberste Ziel nie aufgegeben worden: die Bekämpfung des Faschismus. Über Partei- und Meinungsgrenzen hinweg habe es immer wieder wichtige politische und menschliche Impulse aus der VVN gegeben. „Menschen mit einem großen Lebenswillen waren und sind aktiv bei der VVN, obwohl sie Folter und Verbrechen erlebt haben. Trotz der mit Problemen behafteten antifaschistischen Arbeit zeigen sie Lebensfreude, Geduld und Humor,“ betonte er. Der Schwur der ehemaligen KZ-Häftlinge sei die eigentliche Geburtsstunde der VVN gewesen. „Das Ziel zu formulieren `Wir wollen eine neue Welt des Friedens und der Freiheit` war nicht leicht, wenn man gerade nach jahrelanger Haft und traumatischen Erlebnissen von den amerikanischen, den englischen oder den russischen Soldaten befreit worden war. Dazu kam, dass die Überlebenden des Krieges den Neuaufbau wollten – und keine Erinnerung an Auschwitz und die Gräueltaten der Nazis.“ Eine Aufarbeitung habe lange nicht im erforderlichen Umfang stattgefunden. Immer noch seien „die Namen der Täter bekannter als die Namen der Opfer. Es war und ist häufig die VVN, die die Namen der Dunkelheit entreißt!“ Vor allem die VVN-Mitglieder seien es gewesen, die den politisch Verantwortlichen „Gedenkstätten abgerungen hätten, Gedenkkultur und Gedenkpädagogik“. Vor diesem Hintergrund sei die Nennung der VVN-BdA im bayerischen Verfassungsschutzbericht „an Ungerechtigkeit nicht zu überbieten!“ Mit dieser Diskriminierung müsse endlich Schluss sein. Der zweite Teil des Abends gehörte der Kultur. Die Gruppe „Quijote“ hat sich in Hof schon vor einigen Jahren einen Namen gemacht – damals mit einem Solidaritätskonzert für Griechenland. Ihre Lieder – teils eigene Kompositionen, teils Übersetzungen berühmter Lieder z.B. von Mikis Theodorakis – handeln von Verfolgung und Widerstand, von Liebe und Solidarität und dem täglichen Kampf für ein besseres, friedlicheres Leben. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Und weil der Mensch ein Mensch ist…“ von Brecht / Eisler klang dieser außergewöhnliche Abend aus.   Wiedersehen in Hof 1945 Die musikalische Ausgestaltung des Abends hatten Ludwig Streng und Sabine Kühnrich von der Gruppe Quijote aus Chemnitz übernommen – Musik der Spitzenklasse, antifaschistische Lieder internationaler Prägung, tolle Stimmen. Und eine ganz außerordentliche Anekdote aus der Hofer Nachkriegszeit wusste Ludwig Streng zu berichten, die bisher selbst den Hofer VVN-Vertretern unbekannt war: Nach seiner Befreiung aus KZ-Haft und Todesmärschen auf dem Heimweg Richtung Chemnitz im Mai 1945 kam Justin Sonder, Jahrgang 1925 , durch Hof. Am „Marktplatz“ gab es eine Gastwirtschaft, die Suppe an Bedürftige verteilte. Seinem Freund, mit dem er unterwegs war, fiel ein Mann auf, der nur wenige Meter entfernt von den beiden saß. Justin Sonder – damals 20 Jahre alt – drehte sich um: Und erkannte seinen eigenen Vater! Die bewegende Freude der beiden kann man sich kaum vorstellen. Seit kurzem übrigens ist Justin Sonder Ehrenbürger seiner Heimatstadt Chemnitz. http://www.vvn-bda-chemnitz.de/aktuelles/

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