Ökumenischer Gottesdienst

20. Dezember 2018

Tag der Opfer des Nationalsozialismus

Am Sonntag, 27. Januar 2019 findet ein Ökumenischer Gedenkgottesdienst in Schwarzenbach/Saale in der St. Gumbertuskirche statt; Beginn 17 Uhr. Nach dem Gottesdienst findet ein Gedenken auf dem Schwarzenbacher Friedhof statt.
Außerdem wird erstmals auch in Hof in der St. Johanneskirche am 27. Januar 2019 aber bereits um 11 Uhr (!) ein Gedenkgottesdienst unter Beteiligung von zwei Schulen stattfinden.
Ursula Büttner-Schödel wird in einem Beitrag auf Rosa Opitz eingehen.

Weihnachtsbrief

19. Dezember 2018

Weihnachtsbrief 2018
Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde;

Weihnachten – die Zeit des Friedens?
Wie weit sind wir davon entfernt! Wenn man „hohoho“ ruft, schreibt und denkt, muss man nicht darüber nachdenken, dass zu viele Menschen in diesem Jahr kein „Frohes Fest“ und keinen Frieden haben. Viele von uns sind auch in der Arbeit mit geflüchteten Menschen engagiert und sie spüren und wissen:
Menschen, die mitten unter uns wohnen, haben Angst. Angst in einem vordergründig sicheren Land – ein Unding.
Wir werden als VVN-BdA Hof / Wunsiedel auch im Jahr 2019 Erinnerungskultur in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen. Was während des Nazi-Regimes geschehen ist, darf sich nicht in dem Wort „Deportationen“ wiederholen – aber man kann leider durchaus den Eindruck bekommen, dass wir schon wieder so weit sind.
So ist denn unser Weihnachtsbrief in diesem Jahr kein bisschen besinnlich.
In Hof soll ein Abschiebegefängnis gebaut werden! Wir sehen genau hin.
Die Europawahlen stehen 2019 an, und die Kommunalwahlen im Jahr 2020. Wir brauchen nicht nur vernünftige Wähler, sondern auch Persönlichkeiten auf den demokratisch geprägten Listen, die die Menschen überzeugen können.

Im Vorstand der Hof / Wunsiedler VVN-BdA hat es Veränderungen gegeben;
bitte beachtet den beigefügten Protokollauszug.
Ich – Nanne – bleibe der VVN-BdA Hof / Wunsiedel als einfaches, aktives Mitglied erhalten, und ich bedanke mich bei euch für euer Vertrauen in den letzten Jahren!

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!
Nanne Wienands und Thomas Etzel https://hof.vvn-bda.de/

Protokollauszug Dezember 2018:
Neuer Vorstand der VVN-BdA Hof / Wunsiedel:

1. Vorsitzende: Eva Petermann
2. Vorsitzender: Thomas Etzel
Kassiererin: Regina Scholz
Beisitzerin und Schriftführerin: Ulrike Dierkes-Morsy
Kassenprüfer: Reinhard Möller und Kuno Zöller

Ausblick zu Aktivitäten und Terminen im kommenden Jahr:

– Sonntag, 27. Januar 2019: Ökumenischer Gedenkgottesdienst in
Schwarzenbach/Saale; außerdem wird erstmalig auch in Hof, in der
St. Johanneskirche, ebenfalls am 27. Januar 2019 ein Gedenkgottesdienst unter
Beteiligung von zwei Schulen stattfinden. Uschi Büttner-Schödel wird in einem
Beitrag auf Rosa Opitz eingehen.
– Samstag, 16. März 2019: Verleihung des Klaus-Bruno-Engelhardt-Preises an den
„Verein gegen das Vergessen e. V.“, 18 Uhr im Saal der Diakonie am Campus in Hof;
– Samstag, 30. März 2019: Matinee „Frauen in Bewegung“
– Samstag, 6. April 2019: Fahrt des Hofer Bündnisses „Hof ist bunt…“ in die KZ- Gedenkstätte
Theresienstadt;
– Samstag, 13. April 2019: Gedenken in Helmbrechts am Friedhof, voraussichtlich
um 17 Uhr
– Sonntag, 14. April 2019: Feierlicher Gedenkakt zum 74. Jahrestag der Befreiung
des Konzentrationslagers Flossenbürg (wir sind eingeladen), 10 Uhr
– 19.-22. April 2019: Ostermärsche – vielleicht auch wieder in unserer Region?
– Mittwoch, 1. Mai 2019: DGB-Umzug in Schwarzenbach/Saale
– Donnerstag, 2. Mai 2019: Gedenkfeier des DGB vor der Tafel für verfolgte und
ermordete GewerkschafterInnen in der Marienstraße in Hof
– Sonntag, 26. Mai 2019: Europawahl und Kommunalwahlen in Sachsen und
Brandenburg
– Im November 2019 wird die Ausstellung „Deine Anne – Ein Mädchen schreibt
Geschichte“ in Plauen gezeigt.
– Über einen Beitrag der VVN zum 9. November 2019 beraten wir noch
– Frühjahr 2020: Kommunalwahlen

https://hof.vvn-bda.de/

Jahreshauptversammlung 2018

23. August 2018

 

Unsere Jahreshauptversammlung findet statt am Freitag, 7. Dezember 2018 um 18 Uhr im Hotel am Kuhbogen in Hof, Marienstr. 88. Es sind Neuwahlen für den Vorstand der VVN-BdA Hof / Wunsiedel geplant!
Randolph Oechslein berichtet über Eindrücke einer Studienreise nach Spanien; auch dort geht es um Vergangenheitsbewältigung. Viele Spuren führen auch nach Hof! Anschließend daran werden „Satirische Bonbons“ serviert!

Rosa Opitz Geburtstagsfeier: 14. September 2018

23. August 2018

Zu Rosa Opitz` 110. Geburtstag wird der kleine Platz an der Christian-Wolfrum-Schule nach ihr benannt. Wir feiern ihren Geburtstag und laden ab 17 Uhr herzlich dazu ein!

Ein Platz für Rosa Opitz

29. Juli 2018

 

Bewegende Erinnerungsveranstaltung für Rosa Opitz


   

oben:    Gesprächsrunde beim Abend für Rosa Opitz
unten: Rosa Opitz im Filmdokument des BR aus dem Jahr 1990

Leitfigur und Vorbild  „Man kann immer etwas tun“ 

„Man kann immer etwas tun“ war das Lebensmotto von Rosa Opitz (geb. am 14. 9. 1908, gestorben am 3.2.2001), sagte Reiner Frank. Er war einer der Zeitzeugen auf der Veranstaltung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Hof / Wunsiedel zu Ehren der mutigen Nazigegnerin und „Frau der ersten Stunde“ nach 1945 in Hof. Sie soll bekanntlich nach einstimmigem Stadtratsbeschluss am 23. April diesen Jahres mit einer Platzbenennung im „Vertl“ geehrt werden.

Die Wahl des kleinen Parks gegenüber ihrem jahrzehntelangen Wohnsitz in der Leimitzer Straße und vor der Christian-Wolfrum-Schule, deren Schulpflegschaft sie angehörte, begrüßte Frank von ganzem Herzen.

Dies entsprach vollauf der Stimmung der überaus zahlreichen Besucherinnen und Besucher im überfüllten Konferenzsaal im Hotel Strauß, unter ihnen viele Unterstützerinnen der Rosa-Opitz-Initiative wie auch persönliche und politische Freundinnen und Freunde sowie einige Prominenz verschiedener Parteizugehörigkeit. Nicht zuletzt war die Frauenbeauftragte der Stadt Hof, Dr. Katharina Bunzmann, gekommen.

Wegen der vielen Wiedersehensgespräche an allen Ecken und Enden konnte Nanne Wienands die Veranstaltung erst mit fast halbstündiger Verspätung eröffnen.

Die Kreisvorsitzende der VVN-BdA Hof/Wunsiedel erinnerte daran, dass die VVN-BdA seit Jahren eine öffentlich sichtbare Ehrung für die Widerstandskämpferin fordert. Wienands bedankte sich für das besondere Engagement von Eva Petermann für Rosa Opitz.

Auch sonst gab es reichlich Lob für die Initiatorin der Unterschriften-Kampagne für die Platzbenennung. Demgegenüber betonte diese: „Ich habe viele, längst gezogene Spuren wieder aufnehmen können. Und fand eine geradezu überwältigende Unterstützung, vor allem von Frauen.“

Deren Rolle im Widerstand sei lange Zeit unterschätzt und zu wenig gewürdigt worden. Nicht nur in Oberfranken habe es zahlreiche weibliche Dissensformen gegeben, die für die Betreffenden zumeist hochriskant waren. Die junge Rosa Völkel, die sich aktiv am Widerstand der Schönwalder Gruppe aus SPDlern und Kommunisten beteiligte, sei in dieser Hinsicht eine „Ausnahmeerscheinung“ gewesen, zitierte Petermann den Selber Historiker Albrecht Bald.

Um „Gegner des Nationalsozialismus in Oberfranken“ ging es in dem zu Beginn gezeigten Dokumentationsfilm „Stille Helden“ des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 1990 – eine Rarität, deren Entdeckung die Fraueninitiative einem Freund der Familie Opitz, Gerhard Wurzel, verdankt. Dieser ergriff später auch selbst das Wort.

In dem eigens für die Veranstaltung vom BR-Archiv digitalisierten Film war Rosa Opitz – sehr bewegend für die Versammlung – „leibhaftig“ zu sehen: Trotz ihres zur Zeit der Fernsehaufnahmen bereits fortgeschrittenen Alters lebhaft, attraktiv und verschmitzt, die Hand am Lenker ihres alten Fahrrads, in dessen Lampe sie einst den illegalen „Vorwärts“ schmuggelte. Außer ihr, der einzigen Frau in der außergewöhnlichen BR-Doku über den Widerstand, zeigte der Film u.a. den Schwarzenbacher Rudolf Tröger und den Schönwälder Hermann Werner, der wie andere ihrer Mitstreiter mit seiner Aussage im Verhör Rosa Opitz deckte. Weiterhin kam ein früherer Hofer KPD-Stadtrat zu Wort, Sohn des Widerstandskämpfers Georg Macht. Rudolf Macht setzte Rosa Opitz in seiner „Geschichte der Hofer Arbeiterbewegung“ aus den 1990er Jahren mit einem eigenen Kapitel ein Denkmal.

Vor ihm hatte bereits Ludwig Eiber als erster intensiv über die Hoferin geforscht, worauf Eva Petermann, VVN-Vorstandsmitglied, hinwies. Der spätere Professor für Geschichte gehörte zu den ersten, die für eine Platzbenennung unterschrieben: “Das hat Rosa Opitz auf alle Fälle verdient.“

Neu war für die meisten, dass bereits im November 2003 die SPD-Stadtratsfraktion einen Antrag auf Benennung von Straßen nach dem Hofer antifaschistischen Widerstand und namentlich auch nach Rosa Opitz stellte. Die Stadtverwaltung nahm dies seinerzeit wohlwollend zur Kenntnis – mehr wurde nicht daraus. „Was aber zum 100. Geburtstag nicht geklappt hat, wird jetzt an ihrem 110. Geburtstag stattfinden“, freute sich Eva Petermann.

Sie zitierte die Überschrift des ausführlichen Nachrufs in der Frankenpost vom 10./11. Februar 2001: „Rosa Opitz gestorben – einst die Leitfigur der SPD“. Und fügte unter großem Beifall hinzu: „Als Widerstandskämpferin, als allein erziehende Mutter, als eine von nur drei Stadträtinnen neben 39 männlichen Kollegen im Hofer Stadtrat der Nachkriegszeit, als profiliert linke, populäre Politikerin und als unermüdlich sozial engagierte Frau war und ist Rosa Opitz in der Tat eine Leitfigur und ein Vorbild für uns alle.“

Im Mittelpunkt der Erinnerungsrunde der Weggefährtinnen und Weggefährten saßen dann Rosa Opitz´ Sohn Helmut und seine Frau Roswitha. Die beiden waren eigens aus Rosenheim gekommen, begeistert begrüßt von alten Freunden und Weggefährten.

Reinhard Meringer, wohlbekannt als SPD-Stadtrat und als Fußballer, überreichte seinem einstigen Sportskameraden Helmut ein Mannschaftsfoto aus gemeinsamen aktiven Zeiten. Dessen Mutter, selbst Sportlerin seit früher Jugend, war ebenfalls begeisterter Fußball-Fan und saß regelmäßig selbst auf der Zuschauertribüne. Meringer hob hervor, dass mit der Platzbenennung auch ein Signal gegen den aktuell grassierenden Rassismus und Nationalismus gesetzt werde.

Ursula Büttner-Schödel traf die umtriebige Stadträtin u.a. bei der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF). Rosa Opitz erzählte ihr u.a. von der großen Solidarität der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gegenüber den Geflüchteten im Lager Moschendorf. Dort waren u.a. Scharen von „displaced people“, Überlebenden des Holocaust, gestrandet. Rosa Opitz und andere AWO-Frauen kümmerten sich besonders um die Frauen, Kinder und Säuglinge. Einer von ihnen war der kürzlich verstorbene Bruder des Vorsitzenden der Hofer Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Leon Gonczarowski.

Dabei hatte Rosa Opitz als allein erziehende, berufstätige Mutter wahrhaftig ohnehin alle Hände voll zu tun. Seine Erziehung sei eher „konservativ“ gewesen, sagte Helmut Opitz, direkt aus dem Publikum danach gefragt, also wohl ganz schön streng. „Aber die Mutter war immer für mich da.“ Im Übrigen wollten er und seine Frau vor allem zuhören, was selbstverständlich respektiert wurde.

Gut bekannt war ihm Dieter Döhla, der frühere Hofer Oberbürgermeister, der Rosa Opitz regelmäßig besucht hatte und Ehrungen für sie anregte. Döhla beeindruckte ihre „positive Grundeinstellung“ und welche Quelle der Freude für Rosa Opitz, die Vollblutpolitikerin, ihr Sohn und ihre Familie gewesen seien. Er begrüßte die Platzbenennung auch unter dem Aspekt, dass bislang Straßenbenennungen nach Hofer Bürgerinnen die absolute Ausnahme darstellten.

1961 wurde Rosa Opitz Mitglied der Seliger-Gemeinde. Deren Landesvorsitzender Peter Heidler berichtete von vielen Gesprächen mit seiner „so charmanten wie resoluten“ Gesinnungsfreundin, auch über ihre Anti-Nazi-Aktivitäten. „Sie rechnete immer damit, erwischt und eingesperrt zu werden,“ gab es doch immer wieder auch Verrat. Ihre furchtlose Standhaftigkeit sei ein Grund mehr, sich für die Demokratie einzusetzen.

Viele Details aus ihrer Vergangenheit erfuhr Reiner Frank von ihr. Als junges Juso-Mitglied wurde er anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Hofer SPD beauftragt, mit ihr ein Interview zu führen. Dieses ist seit kurzem auch auf der SPD-Homepage nachzulesen. „Geistig brillant und mit guter Erinnerung“ stehe ihm die damals Siebenundsiebzigjährige vor Augen, ein Mensch, „der einem in Erinnerung bleibt.“ Und natürlich imponierte ihm sehr, dass sie es gewagt hatte, „sich gegen die große Mehrheit zu stellen“.

Noch als Hochbetagte habe sie sich engagiert in der Hospitalstiftung.

Und sie war es, die den Anstoß dafür gab, dass aus dem einstigen „Schutt- und Dreckhaufen“ mitten im „Vertl“ eine hübsche Grünanlage wurde, so Reiner Frank. Was könne es also „Besseres geben, als nun diesen Platz nach ihr zu benennen?“

Dem konnte sich Thomas Etzel, stellvertretender VVN-Vorsitzender und Stadtrat für Die Linke, in seinem Schlusswort nur anschließen. Zudem brachte er die frohe Kunde: Laut Zusage der Stadt stehe der von der Initiative gewünschte 14. September 2018 als „Einweihungstermin“ nunmehr fest. So erfreulich all dies ohne Zweifel sei, goss er dennoch einige dicke Tropfen Wasser in den Wein: „Wie viele Straßen und Plätze in Hof sind denn bisher nach Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung benannt?“ Die Auseinandersetzung mit der Hofer Geschichte müsse weitergehen.

19. Juli 2018 – Erinnerung an Rosa Opitz

15. Juni 2018

_Rosa Opitz Veranstaltung 19. Juli 2018 Endfassung2

Ernst Grube in Wunsiedel

22. Mai 2018

Wunsiedel – Er hat sein Leben lang gekämpft: Erst ums blanke Überleben als jüdisches Kind in der Nazi-Zeit, dann um seine kommunistischen Ideale im konservativen Nachkriegs-Bayern, immer gegen Rassismus und Krieg, gegen Intoleranz und Militarismus. Ernst Grube hat Rückschläge erlitten, aufgegeben hat er nie. Im Wunsiedler Mehrgenerationenhaus berichtete der 85-Jährige am Donnerstagabend aus seinem Leben….

Diesen Bericht von Rainer Maier kann man online in    www.Frankenpost.de     nachlesen:

https://www.frankenpost.de/region/fichtelgebirge/fichtelgebirge/art654373,6136233

Ernst Grube kommt am Donnerstag, 17. Mai 2018 nach Wunsiedel

7. Mai 2018

„Ernst Grube – Zeitzeuge – Von einem, der nie aufgibt“

Ernst Grube, Überlebender des Holocaust, ist einer der bekanntesten bayerischen Zeitzeugen. Als Kind jüdischer Eltern erlebte er Diskriminierung, Entrechtung, Deportation und Internierung im Konzentrationslager. Als Zwölfjähriger wurde er 1945 zusammen mit seiner Mutter und seinen zwei Geschwistern nach Theresienstadt deportiert.

Bis heute ist der 85jährige Ernst Grube Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau. Regelmäßig ist er unterwegs als Zeitzeuge an Gedenkstätten, in Schulen, bei Vereinen und in Bildungseinrichtungen. Er nimmt das Vermächtnis der NS-Opfer ernst:

„Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“          lautet seine Botschaft.

Anfang der 1960er Jahre gehörte er zu den Mitbegründern der Ostermärsche in München, die sich heute noch gegen atomare Aufrüstung und weltweite Kriege wenden. Für sein konsequentes gesellschaftliches Engagement wurde Ernst Grube 2017 mit dem Georg-Elser-Preis der Stadt München ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es unter anderem:

„Ernst Grube hat sich immer in politische Auseinandersetzungen seiner Zeit eingemischt. Er engagierte sich in der FDJ, der Gewerkschaft und der KPD.

Er protestierte gegen die Wiederbewaffnung wie auch gegen die Ladenschlussgesetze. Wegen Unterstützung der verbotenen KPD erhielt er eine einjährige Gefängnisstrafe. Er engagierte sich gegen Berufsverbote, von denen er als Berufsschullehrer selbst betroffen war.

Ernst Grube hat über Jahrzehnte hinweg jungen Menschen über die Schrecken des Nationalsozialismus aus eigener Anschauung berichtet – und aber auch immer wieder darauf hingewiesen, wenn heute Menschen unter Ausgrenzung und Ausbeutung leiden. Immer wieder hat er auf das Schicksal von Flüchtlingen hingewiesen –zuletzt hat er eindringlich einen Abschiebestopp für Afghanistan gefordert. Ernst Grube war und ist immer auch unbequem.

Aber es sind nicht die Bequemen, die die Demokratie verteidigen.“

Ernst Grube macht Mut zum Widerstand. Er ist ein Beispiel für den notwendigen langen Atem und für gelebten Antifaschismus.
Am Donnerstag, den 17. Mai 2018, 17 Uhr, spricht Ernst Grube im Mehrgenerationenhaus in Wunsiedel, Breite Straße 4 – 6. Gezeigt wird der Dokumentarfilm von Christel Priemer und Ingeborg Weber „Ernst Grube – Zeitzeuge – Von einem, der nie aufgibt“. Entstanden ist ein berührendes Porträt des mittlerweile in Regensburg lebenden Münchner Juden und Kommunisten. Im Anschluss an die Vorführung des 2017 fertiggestellten Films (Dauer: 60 Minuten) steht Ernst Grube im Gespräch zur Verfügung.

Veranstalter ist die VVN-BdA Hof-Wunsiedel, der DGB Kreis Wunsiedel und die GEW Kreis Hof-Wunsiedel.
Die Moderation übernimmt Nanne Wienands. Der Eintritt ist frei.

Es gilt der Einlassvorbehalt: Die Veranstalter behalten sich vor, Personen, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, den Zutritt zu verwehren.

Umgang mit Geschichte – 20. April 2018

15. Februar 2018

_Umgang mit Geschichte Flugblatt Hof 20.4.2017

Wir möchten einen Rosa-Opitz-Platz!

15. Februar 2018

_Rosa- Opitz-Platz Unterschriftenliste NEU nach 8.3.

 

Im Namen des VVN-BdA Hof/Wunsiedel hat Eva Petermann in Hof die ersten Unterschriften gesammelt, mit denen die Initiative zur Schaffung eines Rosa-Opitz-Platzes in Hof unterstützt werden soll. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten wollen damit Rosa Klara Opitz, die engagierte Sozialdemokratin und mutige Widerstandskämpferin gegen das Nazi-Regime öffentlich ehren.
Die Initiative schlägt dafür den kleinen, bislang namenlosen Park in der Fabrikvorstadt gegenüber der Christian-Wolfrum-Schule vor. Diese grüne Oase im „Vertl“ an der Ecke Pinzigweg und Leimitzer Straße geht zurück auf eine Initiative von Rosa Opitz, die heuer vor 110 Jahren geboren wurde.
„Keine Gedenktafel, keine Ehrenbürgerschaft, kein Straßenname in Hof erinnert an diese außergewöhnliche Frau“, sagte Eva Petermann. „Es wird höchste Zeit, ihr mutiges und beharrliches Engagement zu würdigen.“ Schließlich müsse gerade auch dem Widerstand von Frauen gegen das unmenschliche Regime der Nationalsozialisten Wertschätzung entgegengebracht werden.
Rosa Klara Opitz war bereits als Zwölfjährige aktiv in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ). In den 1930er-Jahren schmuggelte sie die damals illegale SPD-Zeitung „Vorwärts“ in die Stadt und arbeitete als Sekretärin des nach 1933 als Nazi-Gegner verfolgten SPD-Reichstagsabgeordneten Hans Seidel. Sie erlebte den Terror gegen Hofer Arbeiterfunktionäre der SPD und KPD hautnah mit, entkam selbst mehrmals nur knapp der Verhaftung.
Nach 1945 engagierte sich Rosa Opitz wieder in der SPD, baute die Arbeiterwohlfahrt wieder mit auf und zog in den Stadtrat ein. Die beliebte Sozialdemokratin erzielte vor allem in den Bezirken mit hohem Arbeiter-Anteil gute Wahlergebnisse. Von 1952 bis 1966 saß Opitz im Stadtrat. 2001 starb sie im Alter von 93 Jahren.
Die Initiatoren hoffen, dass es gelingt, den kleinen Park nach Rosa Opitz zu benennen.
(Quelle: Frankenpost vom 14.2.2018, von Rainer Maier)

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