Rosa Opitz unvergessen! Sie starb am 3. Februar 2001.

3. Februar 2019

Die Hofer Widerstandskämpferin und langjährige SPD-Stadträtin aus dem „Vertl“ starb vor 18 Jahren im hohen Alter von 93 Jahren.

Im Rahmen des überaus bewegenden Gedenkgottesdienstes von Sankt Johannis anlässlich der Befreiung von Auschwitz wurde nicht nur der jüdischen Familie Böhm aus Hof gedacht und der anderen unzähligen Opfer des Holocaust.

Sondern auch an sie wurde erinnert ebenso wie an den von den Nazis verfolgten Dompropst Bernhard Lichtenberg.

Sie alle sind nicht vergessen.

Forderungen zum Gedenken an jüdische Bürgerinnen und Bürger in Hof

28. Januar 2019

Anlässlich der Veröffentlichung der Forschungsarbeit von Prof. Hübschmann  (vgl. Veranstaltungshinweis unten!) erinnert die VVN-BdA an ihre Forderungen zum Gedenken an jüdische Menschen in Hof.

In dem „Blauen Flyer II“ der VVN-BdA Hof-Wunsiedel von 2016 mit dem Titel  „Hofer Widerstand endlich ehren“
heißt es im Abschnitt „Die VVN-BdA fordert eine sichtbare Ehrung der jüdischen Bürgerinnen und Bürger!“ u.a.:

„Kaum ein Straßenname erinnert an jüdische Bewohner der Stadt Hof…
Außerdem schlägt die VVN vor, auch den späteren Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde, Wolf Weil, in ähnlicher Weise zu ehren. Er sorgte nach 1945 für die Restaurierung des jüdischen Friedhofs. Zusammen mit dem von ihm neu gegründeten jüdischen Hilfskomitee kümmerte er sich um eine würdige Bestattung von Opfern der Todesmärsche.
Die VVN-BdA schlägt vor, eine Straße nach Wolf Weil zu benennen.
Aus dem ehem. Hallplatz bzw. der Hallstraße, also in Nähe der ehem. Synagoge, könnte ein Wolf-Weil-Platz oder eine Wolf-Weil-Straße werden.
Außerdem sollte dort ein künstlerisch gestaltetes Mahnmal an die Verschleppung und Ermordung von Millionen Menschen jüdischer Abstammung durch die NS-Diktatur erinnern. Dies fordert die Israelitische Kultusgemeinde seit Jahren.“

Veranstaltungshinweise

28. Januar 2019

27. Januar Gedenken an die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee der Sowjetunion

27. Januar 2019

Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!

Doppelte Befreiung am 27. Januar

Auschwitz und Leningrad haben einen direkten Zusammenhang!

Am 27. Januar konnte die Stadt Leningrad, das heutige Sankt Petersburg, endlich befreit werden nach ihrer 900-tägigen Blockade durch die deutsche Wehrmacht. Zeitgleich konnte die Rote Armee auch die überlebenden Häftlinge des Vernichtungslagers Auschwitz befreien.

Auch heute noch hochinteressant ist die Rede des damaligen Bundestagspräsidenten Lammert zum 70. Jahrestag 2014. Leningrad sollte gar nicht erobert , „sondern als sogenannte Wiege des jüdischen Bolschewismus vernichtet werden“, sagte Lammert. Zwischen dem Völkermord an den europäischen Juden und dem tödlichen Vernichtungsfeldzug gebe es einen Zusammenhang, abgesehen davon, dass die fabrikmäßige Ermordung in Auschwitz vorab an sowjetischen Kriegsgefangenen, „man muss es so sagen, getestet“ worden sei.

Der damalige Bundespräsident Gauck schrieb dem russischen Präsidenten Wladimir Putin 2014: Die Belagerung sei Teil der „verbrecherischen Kriegsführung“ gewesen, „welche die nationalsozialistische Führung gerade im Kampf gegen die Sowjetunion ganz bewusst betrieb.“ Deutschland sei sich seiner geschichtlichen Verantwortung für das Leid bewusst, das den Leningradern angetan worden sei, beteuerten Bundespräsident Gauck wie auch Bundestagspräsident Lammert (CDU): „Die Verantwortung, die wir Deutsche tragen, bleibt.“ Das war vor fünf Jahren.

Nie wieder dürften Menschen von Staat oder Gesellschaft wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer politischen Überzeugung, ihrer sexuellen Orientierung – „wegen ihrer Andersartigkeit zum Feindbild einer schweigenden Mehrheit gemacht, verachtet, drangsaliert oder bedroht werden“. Gegen „jede Form von Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit“ gelte es Partei zu ergreifen.

Vgl. https://www.welt.de/politik/deutschland/article124283133/Der-Tod-in-Leningrad-begann-leise-fast-lautlos.html

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Gedenkgottesdienste

um 11 Uhr in St. Johannis, Hof und

um 17 Uhr in St. Gumbertus  Schwarzenbach /Saale

(siehe weiter unten)

Kontinuität und Neustart bei der VVN-BdA

26. Januar 2019

Neuer Vorstand der VVN-BdA Hof-Wunsiedel startet ins Neue Jahr

Herzlichen Dank an Nanne Wienands!

Zur ersten Vorstandssitzung traf sich der neue Kreisvorstand der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten Hof / Wunsiedel vergangene Woche in Hof. Im Dezember 2018 hatte Nanne Wienands den Vorsitz nach mehr als neun Jahren, wie seit längerem angekündigt, abgegeben. Neue Kreisvorsitzende ist Eva Petermann, Hof, die bereits seit einigen Jahren dem Vorstand angehört. Wiedergewählt wurden Regina Scholz aus Oberkotzau als Kassiererin sowie Thomas Etzel, Hof, als stellvertretender Vorsitzender; neu hinzukam Ulrike Dierkes-Morsy als Schriftführerin. Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt.

Eva Petermann dankte dem alten Vorstand und den Revisoren, insbesondere auch Reinhard Möller (Tröstau), und darüberhinaus allen aktiven Mitgliedern für ihr vielfältiges Engagement. Sie erinnerte an die zahlreichen Projekte und Initiativen, an denen die VVN-BdA in den vergangenen Jahren maßgeblich beteiligt war: Angefangen von Konzerten mit der legendären Auschwitz-Überlebenden Esther Bejerano und der Microphone Mafia, mit der Klarinettistin Irith Gabriely und mit den Bremer „Grenzgängern“ anlässlich der „Reichspogromnacht“ am 9. November 1938 – bis hin zu Veranstaltungen mit Zeitzeugen wie dem Münchner Ernst Grube und dem inzwischen leider verstorbenen Historiker Kurt Pätzold und der Pflanzung von Weißen Rosen an der Schwarzenbacher Geschwister-Scholl-Mittelschule.

Nicht zuletzt spielte die 1947 auch in Hof gegründete VVN-BdA eine Rolle bei der Veränderung des Hofer Stadtbilds. Dazu hatte sie nicht zuletzt Vorschläge in ihren „Blauen Flyern I und II“ mit dem Titel „Hofer Widerstand endlich ehren“ von 2013 und 2016 unterbreitet. So finden sich nun mehr Namen von Nazi-Gegnerinnen und -gegnern auf dem Hofer Stadtplan: Zuletzt war zu dem Bernhard-Lichtenberg-Platz und der Dr. Bonhoeffer-Straße am 14. September 2018 der Rosa-Opitz-Platz zu Ehren der mutigen Hofer Widerstandskämpferin und einstigen SPD-Stadträtin hinzugekommen.

All das passierte in Nanne Wienands` Zeit als Vorsitzende, also gab es für die vielfach Engagierte ein nachdrückliches Dankeschön vom neuen Vorstand und einen Gutschein für den Besuch des Hofer Theaters.

Ökumenischer Gottesdienst

20. Dezember 2018

Tag der Opfer des Nationalsozialismus

Am Sonntag, 27. Januar 2019 findet ein Ökumenischer Gedenkgottesdienst in Schwarzenbach/Saale in der St. Gumbertuskirche statt; Beginn 17 Uhr. Nach dem Gottesdienst findet ein Gedenken auf dem Schwarzenbacher Friedhof statt.
Außerdem wird erstmals auch in Hof in der St. Johanneskirche am 27. Januar 2019 aber bereits um 11 Uhr (!) ein Gedenkgottesdienst unter Beteiligung von zwei Schulen stattfinden.
Ursula Büttner-Schödel wird in einem Beitrag auf Rosa Opitz eingehen.

Weihnachtsbrief

19. Dezember 2018

Weihnachtsbrief 2018
Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde;

Weihnachten – die Zeit des Friedens?
Wie weit sind wir davon entfernt! Wenn man „hohoho“ ruft, schreibt und denkt, muss man nicht darüber nachdenken, dass zu viele Menschen in diesem Jahr kein „Frohes Fest“ und keinen Frieden haben. Viele von uns sind auch in der Arbeit mit geflüchteten Menschen engagiert und sie spüren und wissen:
Menschen, die mitten unter uns wohnen, haben Angst. Angst in einem vordergründig sicheren Land – ein Unding.
Wir werden als VVN-BdA Hof / Wunsiedel auch im Jahr 2019 Erinnerungskultur in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen. Was während des Nazi-Regimes geschehen ist, darf sich nicht in dem Wort „Deportationen“ wiederholen – aber man kann leider durchaus den Eindruck bekommen, dass wir schon wieder so weit sind.
So ist denn unser Weihnachtsbrief in diesem Jahr kein bisschen besinnlich.
In Hof soll ein Abschiebegefängnis gebaut werden! Wir sehen genau hin.
Die Europawahlen stehen 2019 an, und die Kommunalwahlen im Jahr 2020. Wir brauchen nicht nur vernünftige Wähler, sondern auch Persönlichkeiten auf den demokratisch geprägten Listen, die die Menschen überzeugen können.

Im Vorstand der Hof / Wunsiedler VVN-BdA hat es Veränderungen gegeben;
bitte beachtet den beigefügten Protokollauszug.
Ich – Nanne – bleibe der VVN-BdA Hof / Wunsiedel als einfaches, aktives Mitglied erhalten, und ich bedanke mich bei euch für euer Vertrauen in den letzten Jahren!

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!
Nanne Wienands und Thomas Etzel https://hof.vvn-bda.de/

Protokollauszug Dezember 2018:
Neuer Vorstand der VVN-BdA Hof / Wunsiedel:

1. Vorsitzende: Eva Petermann
2. Vorsitzender: Thomas Etzel
Kassiererin: Regina Scholz
Beisitzerin und Schriftführerin: Ulrike Dierkes-Morsy
Kassenprüfer: Reinhard Möller und Kuno Zöller

Ausblick zu Aktivitäten und Terminen im kommenden Jahr:

– Sonntag, 27. Januar 2019: Ökumenischer Gedenkgottesdienst in
Schwarzenbach/Saale; außerdem wird erstmalig auch in Hof, in der
St. Johanneskirche, ebenfalls am 27. Januar 2019 ein Gedenkgottesdienst unter
Beteiligung von zwei Schulen stattfinden. Uschi Büttner-Schödel wird in einem
Beitrag auf Rosa Opitz eingehen.
– Samstag, 16. März 2019: Verleihung des Klaus-Bruno-Engelhardt-Preises an den
„Verein gegen das Vergessen e. V.“, 18 Uhr im Saal der Diakonie am Campus in Hof;
– Samstag, 30. März 2019: Matinee „Frauen in Bewegung“
– Samstag, 6. April 2019: Fahrt des Hofer Bündnisses „Hof ist bunt…“ in die KZ- Gedenkstätte
Theresienstadt;
– Samstag, 13. April 2019: Gedenken in Helmbrechts am Friedhof, voraussichtlich
um 17 Uhr
– Sonntag, 14. April 2019: Feierlicher Gedenkakt zum 74. Jahrestag der Befreiung
des Konzentrationslagers Flossenbürg (wir sind eingeladen), 10 Uhr
– 19.-22. April 2019: Ostermärsche – vielleicht auch wieder in unserer Region?
– Mittwoch, 1. Mai 2019: DGB-Umzug in Schwarzenbach/Saale
– Donnerstag, 2. Mai 2019: Gedenkfeier des DGB vor der Tafel für verfolgte und
ermordete GewerkschafterInnen in der Marienstraße in Hof
– Sonntag, 26. Mai 2019: Europawahl und Kommunalwahlen in Sachsen und
Brandenburg
– Im November 2019 wird die Ausstellung „Deine Anne – Ein Mädchen schreibt
Geschichte“ in Plauen gezeigt.
– Über einen Beitrag der VVN zum 9. November 2019 beraten wir noch
– Frühjahr 2020: Kommunalwahlen

https://hof.vvn-bda.de/

Jahreshauptversammlung 2018

23. August 2018

 

Unsere Jahreshauptversammlung findet statt am Freitag, 7. Dezember 2018 um 18 Uhr im Hotel am Kuhbogen in Hof, Marienstr. 88. Es sind Neuwahlen für den Vorstand der VVN-BdA Hof / Wunsiedel geplant!
Randolph Oechslein berichtet über Eindrücke einer Studienreise nach Spanien; auch dort geht es um Vergangenheitsbewältigung. Viele Spuren führen auch nach Hof! Anschließend daran werden „Satirische Bonbons“ serviert!

Rosa Opitz Geburtstagsfeier: 14. September 2018

23. August 2018

Zu Rosa Opitz` 110. Geburtstag wird der kleine Platz an der Christian-Wolfrum-Schule nach ihr benannt. Wir feiern ihren Geburtstag und laden ab 17 Uhr herzlich dazu ein!

Ein Platz für Rosa Opitz

29. Juli 2018

 

Bewegende Erinnerungsveranstaltung für Rosa Opitz


   

oben:    Gesprächsrunde beim Abend für Rosa Opitz
unten: Rosa Opitz im Filmdokument des BR aus dem Jahr 1990

Leitfigur und Vorbild  „Man kann immer etwas tun“ 

„Man kann immer etwas tun“ war das Lebensmotto von Rosa Opitz (geb. am 14. 9. 1908, gestorben am 3.2.2001), sagte Reiner Frank. Er war einer der Zeitzeugen auf der Veranstaltung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Hof / Wunsiedel zu Ehren der mutigen Nazigegnerin und „Frau der ersten Stunde“ nach 1945 in Hof. Sie soll bekanntlich nach einstimmigem Stadtratsbeschluss am 23. April diesen Jahres mit einer Platzbenennung im „Vertl“ geehrt werden.

Die Wahl des kleinen Parks gegenüber ihrem jahrzehntelangen Wohnsitz in der Leimitzer Straße und vor der Christian-Wolfrum-Schule, deren Schulpflegschaft sie angehörte, begrüßte Frank von ganzem Herzen.

Dies entsprach vollauf der Stimmung der überaus zahlreichen Besucherinnen und Besucher im überfüllten Konferenzsaal im Hotel Strauß, unter ihnen viele Unterstützerinnen der Rosa-Opitz-Initiative wie auch persönliche und politische Freundinnen und Freunde sowie einige Prominenz verschiedener Parteizugehörigkeit. Nicht zuletzt war die Frauenbeauftragte der Stadt Hof, Dr. Katharina Bunzmann, gekommen.

Wegen der vielen Wiedersehensgespräche an allen Ecken und Enden konnte Nanne Wienands die Veranstaltung erst mit fast halbstündiger Verspätung eröffnen.

Die Kreisvorsitzende der VVN-BdA Hof/Wunsiedel erinnerte daran, dass die VVN-BdA seit Jahren eine öffentlich sichtbare Ehrung für die Widerstandskämpferin fordert. Wienands bedankte sich für das besondere Engagement von Eva Petermann für Rosa Opitz.

Auch sonst gab es reichlich Lob für die Initiatorin der Unterschriften-Kampagne für die Platzbenennung. Demgegenüber betonte diese: „Ich habe viele, längst gezogene Spuren wieder aufnehmen können. Und fand eine geradezu überwältigende Unterstützung, vor allem von Frauen.“

Deren Rolle im Widerstand sei lange Zeit unterschätzt und zu wenig gewürdigt worden. Nicht nur in Oberfranken habe es zahlreiche weibliche Dissensformen gegeben, die für die Betreffenden zumeist hochriskant waren. Die junge Rosa Völkel, die sich aktiv am Widerstand der Schönwalder Gruppe aus SPDlern und Kommunisten beteiligte, sei in dieser Hinsicht eine „Ausnahmeerscheinung“ gewesen, zitierte Petermann den Selber Historiker Albrecht Bald.

Um „Gegner des Nationalsozialismus in Oberfranken“ ging es in dem zu Beginn gezeigten Dokumentationsfilm „Stille Helden“ des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 1990 – eine Rarität, deren Entdeckung die Fraueninitiative einem Freund der Familie Opitz, Gerhard Wurzel, verdankt. Dieser ergriff später auch selbst das Wort.

In dem eigens für die Veranstaltung vom BR-Archiv digitalisierten Film war Rosa Opitz – sehr bewegend für die Versammlung – „leibhaftig“ zu sehen: Trotz ihres zur Zeit der Fernsehaufnahmen bereits fortgeschrittenen Alters lebhaft, attraktiv und verschmitzt, die Hand am Lenker ihres alten Fahrrads, in dessen Lampe sie einst den illegalen „Vorwärts“ schmuggelte. Außer ihr, der einzigen Frau in der außergewöhnlichen BR-Doku über den Widerstand, zeigte der Film u.a. den Schwarzenbacher Rudolf Tröger und den Schönwälder Hermann Werner, der wie andere ihrer Mitstreiter mit seiner Aussage im Verhör Rosa Opitz deckte. Weiterhin kam ein früherer Hofer KPD-Stadtrat zu Wort, Sohn des Widerstandskämpfers Georg Macht. Rudolf Macht setzte Rosa Opitz in seiner „Geschichte der Hofer Arbeiterbewegung“ aus den 1990er Jahren mit einem eigenen Kapitel ein Denkmal.

Vor ihm hatte bereits Ludwig Eiber als erster intensiv über die Hoferin geforscht, worauf Eva Petermann, VVN-Vorstandsmitglied, hinwies. Der spätere Professor für Geschichte gehörte zu den ersten, die für eine Platzbenennung unterschrieben: “Das hat Rosa Opitz auf alle Fälle verdient.“

Neu war für die meisten, dass bereits im November 2003 die SPD-Stadtratsfraktion einen Antrag auf Benennung von Straßen nach dem Hofer antifaschistischen Widerstand und namentlich auch nach Rosa Opitz stellte. Die Stadtverwaltung nahm dies seinerzeit wohlwollend zur Kenntnis – mehr wurde nicht daraus. „Was aber zum 100. Geburtstag nicht geklappt hat, wird jetzt an ihrem 110. Geburtstag stattfinden“, freute sich Eva Petermann.

Sie zitierte die Überschrift des ausführlichen Nachrufs in der Frankenpost vom 10./11. Februar 2001: „Rosa Opitz gestorben – einst die Leitfigur der SPD“. Und fügte unter großem Beifall hinzu: „Als Widerstandskämpferin, als allein erziehende Mutter, als eine von nur drei Stadträtinnen neben 39 männlichen Kollegen im Hofer Stadtrat der Nachkriegszeit, als profiliert linke, populäre Politikerin und als unermüdlich sozial engagierte Frau war und ist Rosa Opitz in der Tat eine Leitfigur und ein Vorbild für uns alle.“

Im Mittelpunkt der Erinnerungsrunde der Weggefährtinnen und Weggefährten saßen dann Rosa Opitz´ Sohn Helmut und seine Frau Roswitha. Die beiden waren eigens aus Rosenheim gekommen, begeistert begrüßt von alten Freunden und Weggefährten.

Reinhard Meringer, wohlbekannt als SPD-Stadtrat und als Fußballer, überreichte seinem einstigen Sportskameraden Helmut ein Mannschaftsfoto aus gemeinsamen aktiven Zeiten. Dessen Mutter, selbst Sportlerin seit früher Jugend, war ebenfalls begeisterter Fußball-Fan und saß regelmäßig selbst auf der Zuschauertribüne. Meringer hob hervor, dass mit der Platzbenennung auch ein Signal gegen den aktuell grassierenden Rassismus und Nationalismus gesetzt werde.

Ursula Büttner-Schödel traf die umtriebige Stadträtin u.a. bei der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF). Rosa Opitz erzählte ihr u.a. von der großen Solidarität der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gegenüber den Geflüchteten im Lager Moschendorf. Dort waren u.a. Scharen von „displaced people“, Überlebenden des Holocaust, gestrandet. Rosa Opitz und andere AWO-Frauen kümmerten sich besonders um die Frauen, Kinder und Säuglinge. Einer von ihnen war der kürzlich verstorbene Bruder des Vorsitzenden der Hofer Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Leon Gonczarowski.

Dabei hatte Rosa Opitz als allein erziehende, berufstätige Mutter wahrhaftig ohnehin alle Hände voll zu tun. Seine Erziehung sei eher „konservativ“ gewesen, sagte Helmut Opitz, direkt aus dem Publikum danach gefragt, also wohl ganz schön streng. „Aber die Mutter war immer für mich da.“ Im Übrigen wollten er und seine Frau vor allem zuhören, was selbstverständlich respektiert wurde.

Gut bekannt war ihm Dieter Döhla, der frühere Hofer Oberbürgermeister, der Rosa Opitz regelmäßig besucht hatte und Ehrungen für sie anregte. Döhla beeindruckte ihre „positive Grundeinstellung“ und welche Quelle der Freude für Rosa Opitz, die Vollblutpolitikerin, ihr Sohn und ihre Familie gewesen seien. Er begrüßte die Platzbenennung auch unter dem Aspekt, dass bislang Straßenbenennungen nach Hofer Bürgerinnen die absolute Ausnahme darstellten.

1961 wurde Rosa Opitz Mitglied der Seliger-Gemeinde. Deren Landesvorsitzender Peter Heidler berichtete von vielen Gesprächen mit seiner „so charmanten wie resoluten“ Gesinnungsfreundin, auch über ihre Anti-Nazi-Aktivitäten. „Sie rechnete immer damit, erwischt und eingesperrt zu werden,“ gab es doch immer wieder auch Verrat. Ihre furchtlose Standhaftigkeit sei ein Grund mehr, sich für die Demokratie einzusetzen.

Viele Details aus ihrer Vergangenheit erfuhr Reiner Frank von ihr. Als junges Juso-Mitglied wurde er anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Hofer SPD beauftragt, mit ihr ein Interview zu führen. Dieses ist seit kurzem auch auf der SPD-Homepage nachzulesen. „Geistig brillant und mit guter Erinnerung“ stehe ihm die damals Siebenundsiebzigjährige vor Augen, ein Mensch, „der einem in Erinnerung bleibt.“ Und natürlich imponierte ihm sehr, dass sie es gewagt hatte, „sich gegen die große Mehrheit zu stellen“.

Noch als Hochbetagte habe sie sich engagiert in der Hospitalstiftung.

Und sie war es, die den Anstoß dafür gab, dass aus dem einstigen „Schutt- und Dreckhaufen“ mitten im „Vertl“ eine hübsche Grünanlage wurde, so Reiner Frank. Was könne es also „Besseres geben, als nun diesen Platz nach ihr zu benennen?“

Dem konnte sich Thomas Etzel, stellvertretender VVN-Vorsitzender und Stadtrat für Die Linke, in seinem Schlusswort nur anschließen. Zudem brachte er die frohe Kunde: Laut Zusage der Stadt stehe der von der Initiative gewünschte 14. September 2018 als „Einweihungstermin“ nunmehr fest. So erfreulich all dies ohne Zweifel sei, goss er dennoch einige dicke Tropfen Wasser in den Wein: „Wie viele Straßen und Plätze in Hof sind denn bisher nach Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung benannt?“ Die Auseinandersetzung mit der Hofer Geschichte müsse weitergehen.

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