80. Todestag des KPD-Widerstandskämpfers Hans Grüner

19. April 2026

Am 17. April gedachten Antifaschistinnen und Antifaschisten des Schwarzenbacher Nazigegners Hans Grüner (19.10.1910 – 17.4.46)

Sein Grabstein steht heute Seite an Seite mit den Gräbern von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern bzw. sowjetischen Kriegsgefangenen und jüdischen KZ-Opfern aus Polen, die im April 1945 auf den Todesmärschen vom KZ Helmbrechts ermordet wurden. Als junger Kommunist war Hans Grüner im September 1936 nach Dachau verschleppt worden. Vermutlich fiel er Denunziationen zum Opfer. Jahrelang musste Hans Grüner die Hölle in verschiedenen KZs ertragen. Im November 1944 wurde er aus dem KZ Mauthausen als politischer Häftling in die SS-Strafkompanie Dirlewanger zwangsrekrutiert. Oskar Dirlewanger war ein mehrfach vorbestrafter Verbrecher. Verbrämt als „Wilddiebkommando“ mussten Menschen, die in den Konzentrationslagern v.a als politische Gegner der Nazis aufgefallen waren, dem Kommando eines verbrecherischen Sadisten gehorchen.

Nach dem Kriegsende im Mai 1945 konnte Hans Grüner nach Schwarzenbach zurückkehren, körperlich schwer gezeichnet. Doch die Chance, sich ein neues Leben aufzubauen, war dem 35-Jährigen nicht vergönnt. Am 17. April 1946 starb er im Fürther Krankenhaus an den Folgen der grausamen Misshandlungen in KZ-Haft. Es war die VVN – BdA, an der Spitze die bekannte Schwarzenbacherin Emma Engelhardt, die sich damals um seine Bestattung und einen würdigen Grabstein kümmerten.

Der Schwarzenbacher Günter Niepel vom Verein gegen das Vergessen und Randolph Oechslein von der DKP Hof berichteten von den vielfältigen Aktivitäten um eine würdige Erinnerung an den jungen Widerstandskämpfer und würdigten ausführlich sein Leben. Hinterher war Zeit für Nachfragen und Ergänzungen seitens der hochinteressierten kleinen Runde der Teilnehmenden.

Friedhof in Schwarzenbach/S. (unterer Eingang): Randolph Oechslein spricht vor dem 2006 erneuerten und verlegten Grabstein des Schwarzenbacher Widerstandskämpfers Hans Grüner. (Fotos: VVN-BdA Hof-Wunsiedel, Eva Petermann)

Nichts ist vergessen und niemand. Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg! Organisiert hatte das Gedenken die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Hof; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Hof-Wunsiedel in Kooperation mit dem Verein gegen das Vergessen e.V. Schwarzenbach/Saale