Für einen würdigen Erinnerungsort am Hofer Hallplatz

15. Februar 2026

Der Ort zahlreicher Gedenkfeiern am Hallplatz ist zur Baustelle geworden. Wie es aussieht, besteht allgemeiner Konsens darüber, dass dort nach Abschluss der Bauarbeiten ein würdiger Erinnerungsort entstehen soll. Die Entscheidung darüber muss im neuen Stadtrat fallen. Und für die Übergangszeit hat die VVN-BdA durchaus auch eine Idee.

Aktion am Hallplatz am Samstag: Ein Mitglied unserer Kreisorganisation bringt ein informatives Banner am Bauzaun an. Über der vergrößerten Gedenktafel-Abbildung , die jetzt seit Baubeginn im Museum aufbewahrt wird, steht unsere Forderung: „Für einen würdigen Erinnerungsort“. (Foto: VVN-BdA Hof-Wunsiedel)

Die einstige Synagoge wurde erst 1927 feierlich eingeweiht. Ihr großer Gottesdienstraum mit den über hundert Sitzplätzen und einer kunstvoll gestalteten schönen Decke war interessanterweise nicht orthodox gestaltet. Der Männer- und Frauenbereich waren baulich nicht getrennt. Doch die kleine jüdische Gemeinde hatte nicht lange Freude daran. Bereits ein Jahr später kam es zu antisemitischen Ausschreitungen; Fenster wurden eingeworfen. Am frühen Morgen des 10. Novembers 1938, in der Reichspogromnacht, tobte sich dann auch in Hof ein Mob aus SA und SS aus. Das schöne Gebäude war nicht mehr zu nutzen; all das war bekanntlich verbunden mit brutalsten antijüdischen Verfolgungen.

Erst nach der Befreiung formierte sich wieder eine kleine jüdische Gemeinde. Der erste Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde nach 1945 war Wolf Weil (gestorben 1988). Er überlebte dank Oskar Schindler den Holocaust. In Hof lernte er die ebenfalls hier gestrandete Holocaust-Überlebende Alfreda Bachner kennen. Die beiden heirateten. Sie starb vor fünf Jahren, fast hundertjährig, am 24. Januar 2021. Nach Wolf Weil wurde bekanntlich 2021, ebenfalls vor fünf Jahren, eine Straße in der Nähe des jüdischen Friedhofs benannt und damit eine Forderung unserer VVN-BdA erfüllt.